Die GERMANIA JUDAICA ist eine wissenschaftliche Spezialbibliothek zur Geschichte des deutschsprachigen Judentums ab der Frühen Neuzeit. Sie wurde 1959 auf Initiative Kölner Bürger als privater Verein gegründet. Heute besitzt sie mit etwa 90.000 Bänden zur Geschichte des deutschsprachigen Judentums die größte Sammlung auf diesem Gebiet in der Bundesrepublik Deutschland und in Europa. Ihre Hauptsammelgebiete sind: Geschichte des deutschsprachigen Judentums vom 17. Jahrhundert bis heute - Antisemitismus - Zionismus und Israel - Darstellung der Juden in der Literatur.
Zeitschriften-, Präsenz- und Rarabestand sind am Ort einsehbar. Fernleihe ist über alle Stadt- und Universitätsbibliotheken möglich.

Geschaffen wurde die Bibliothek aus der Erkenntnis, dass die Öffentlichkeit nur unzureichend über die Geschichte des Judentums in Deutschland informiert ist. Die Gründer - die Schriftsteller Heinrich Böll und Paul Schallück, der Kulturdezernent der Stadt Köln Kurt Hackenberg, der Journalist Wilhelm Unger, der Buchhändler Karl Keller und der Verleger Ernst Brücher - waren der Überzeugung, dass Unkenntnis Vorurteile begünstigt, und wollten eine Einrichtung schaffen, die den nachfolgenden Generationen Zeugnis geben kann von Geschichte und Kultur des deutschen Judentums. In diesem Sinne handelten sie aus einer zweifachen Verantwortung heraus - Verantwortung vor dem Erbe des deutschen Judentums und Verantwortung vor den kommenden Deutschen, die ihre Geschichte nicht ohne die Geschichte der Juden verstehen werden.

Aufgrund der öffentlichen Anerkennung der Germania Judaica konnte ihre dauernde Förderung in den 70er Jahren durch die Stadt Köln und lange Jahre auch durch das Land Nordrhein-Westfalen gesichert werden. Seit Januar 2006 wird der Verein Germania Judaica allein von der Stadt Köln gefördert. Die Bibliothek wird aber weiterhin auch getragen durch private Spenden und durch die Beiträge ihrer Mitglieder.
Seit Aufnahme der Germania Judaica in das Gebäude der Zentralbibliothek der Stadt Köln 1979 hat sich ihre Leserzahl vervielfacht. Als wissenschaftliche Spezialbibliothek dient sie ebenso Kölner Lesern wie Forschern aus der ganzen Bundesrepublik und dem Ausland.

Praktische Hinweise für die Bibliothek

Adresse:

GERMANIA JUDAICA
Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums, e.V.
Josef-Haubrich-Hof 1
50676 Köln
Tel. 0221 / 232349 oder 0221 / 221 23792-4
Fax: 0221 / 2406963 (vorübergehend außer Funktion)
E-Mail: gj@ub.uni-koeln.de
germaniajudaica@stbib-koeln.de


Öffnungszeiten:

Montag geschlossen
Dienstag bis Freitag 10:00 - 18:00
Samstag 10:00 - 15:00
(Samstags keine Beratung; nur Freihandbestand)


Anfahrt ÖNV:

U-Bahn-Station: NEUMARKT
Ausgang: Josef-Haubrich-Hof

Die Bibliothek Germania Judaica befindet sich in der 3. Etage der Zentralbibliothek der Stadt Köln am Neumarkt.


Ausleihbedingungen
:

Es gelten die Ausleihbedingungen der Stadtbibliothek Köln. Absprachen sind möglich. Voraussetzung für die Ausleihe ist ein gültiger Ausweis der Stadtbibliothek Köln.
Sofern Titel nicht mit einem roten Punkt versehen sind, können sie ausgeliehen werden.
Zeitschriften und Zeitungen, Archivmaterial sowie Mikrofilme oder Mikrofiche können generell nicht entliehen werden.

Etwa die Hälfte des Bestandes der Germania Judaica ist im Freihandbestand aufgestellt. Der Rest des Bestandes ist im Magazin. Mit einem Bestellzettel können Titel aus dem Magazin direkt bestellt werden.

Kataloge

Den Lesern und Leserinnen stehen Münzkopierer, ein Terminal sowie ein Readerprinter für Mikrofilme und -fiches zur Verfügung.


Fernleihe:

Alle Bücher, die nicht Präsenzexemplare sind, können über den Leihverkehr der deutschen Bibliotheken entliehen werden. Unsere Sigel-Nr. lautet Kn 125.

Zu den FAQs